Kunst

Die Physis und Bewegung des Körpers sind sowohl in räumlichen Werken als auch auf dem Papier prägende Themen. Linien variierender Tiefe und Winkel strukturieren Figuren in miteinander verbundene Segmente oder, wie oft der Fall bei Wagners Bronzearbeiten, in reliefartige, geräuschvolle Oberflächen, worauf rohe Konturen auf fließenden Linien und Schwünge treffen. Durch den häufigen Verzicht auf Gesichter beschreiben die Werke keine individuellen Körper, sondern Grundformen; es sind Studien von Charakter und Bewegung. Wagner nimmt sich Zeit mit dem Material, hört ihm zu und lässt sich von ihm anleiten. In sorgfältiger Handarbeit schlägt und presst er seine Holzdrucke. So zeugen Wagners Arbeiten von der Intimität, die seinen Schaffensprozessen inneliegen.
Skulptur
Von kleinformatigen Werken bis zu Installationen in beeindruckenden Dimensionen setzen sich Wagners Bildhauerarbeiten in Holz und Bronze vor allem mit der Körperlichkeit von Bewegungen und dem Körper als Ausdrucksmittel auseinander – physische Formen, in denen sich Monumentalität und Zerbrechlichkeit vereinen. Oft von klaren Schnitten und harten Kanten definiert, variieren die Holzskulpturen im Grad ihrer Wiedererkennbarkeit indem sie Körperformen und geometrische Grundformen vereinen. In Bronze hingegen dominieren ausgesprochen fließende Formen, wobei die strukturelle Beschaffenheit und Expressivität des Holzes gewahrt bleibt.

Reliefs
Wagners Reliefs, von denen seine Drucke abgeleitet sind, stehen in steter Beziehung zu den natürlichen Texturen und Zeichnungen des Holzes. So entstehen Farbspuren auf ihren ausgehöhlten und schraffierten Oberflächen, die durch ihre rohe Lebendigkeit beeindrucken; sei es alleinstehend oder in Verbindung mit den resultierenden Drucken. Die aus diesen Oberflächen entstehenden Bilder sind ausgesprochen vielfältig: Von einzelnen, eng geschnittenen Figuren, die als Nahaufnahmen semi-abstrakte, ekstatische Körper durch hektische Linien und Dreh- und Biegebewegungen hervorbringen über eng beieinander stehende Figurengruppen bis zu abstrakten Darstellungen expressiver Bewegungen. Wagner entwickelt auch Rauminstallationen; Gruppen freistehender Reliefs, die als quasi-architektonische Elemente gleichzeitig Bruch und Kontinuität zum Ausdruck bringen, in einem dynamischen und weiträumigen visuellen Narrativ.

Drucke
Wagner presst seine Holzschnitte in Handarbeit auf traditionelles japanisches Papier. Seine rasanten Linien und graduell aufgetragenen Farben und Schichten erzeugen variierende Abstufungen von Sichtbarkeit und Abstraktion: von subtil, spärlich und durchscheinend über graphisch konturiert, scharf und deutlich bis zu fein geschichteten, dicht mehrfarbigen Diffusionen. Gelegentlich greift Wagner auf das Triptychon-Format zurück oder verbindet Serien von Drucken in anderer Form, um den Fokus des Betrachters auf Elemente wie Zeit, Metamorphose oder Transparenz zu lenken. So gelingt es ihm, eine Verbindlichkeit hervorzurufen, die über den Rahmen hinausgeht und durch die Fasern des Papiers emporsteigt. An ihrer Oberfläche erzeugen die Werke einen fließenden Eindruck durch ihre Lichtdurchlässigkeit, wodurch die ekstatischen Elemente dynamisiert werden. Das Gittermuster des Holzrahmens fungiert als Schirm, der von der Rückseite durchdringt und so mit den kreuzenden und fragmentierten Abbildungen des Druckes gemeinsam eine beeindruckende Bildtiefe ermöglicht. So gewinnen Wagners Drucke eine Dreidimensionalität, die den Raum erfüllt und besonders frei stehend oder schwebend zur Geltung kommt; sie sind dazu bestimmt, umwandert, kontempliert und aus allen Richtungen betrachtet zu werden.